Der Beruf in drei Worten? Vertrauensvoll, intensiv und lebendig
Beim ersten Busfahrer:in Tag der Messe Berlin kamen Hunderte, um sich und ihren wichtigen Job feiern zu lassen und die Innovationen der BUS2BUS 2026 auf Alltagstauglichkeit zu testen.

Daniel Bock von 123bus (l.) und Bus-Influencer Michel Schwartz bringen Teilnehmende des Busfahrer:in Tages für ein Selfie zusammen auf die BUS2BUS-Bühne
Ohne sie käme die BUS2BUS, kämen all die neuen Busse und innovativen Technologien buchstäblich kein Stück voran. So war es nur folgerichtig, mit einem extra Busfahrer:in Tag auf der Messe all jene zu feiern, die tagtäglich hinterm Steuer sitzen, und Interessierten Lust auf diesen Beruf zu machen. Gut 200 aus ganz Deutschland – von Stuttgart über Köln, Hamburg, Berlin, Sachsen und dem nördlichen Niedersachsen – hatten sich angemeldet. „Wir als Veranstalter wollen diesen Tag nutzen, um Ihre Arbeit sichtbar zu machen, wertzuschätzen und Ihnen heute den grünen Teppich auszurollen“, sagte Lisa Scholz, Produktmanagerin der BUS2BUS. „Lassen Sie sich feiern.“
„Ohne euch wäre Deutschland nicht mobil“, rief Jenny Zeller-Grothe, Vorständin Betrieb und Personal bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), den Busfahrerinnen und Busfahrern zur Begrüßung zu, die jeden Tag eine „unfassbare Leistung“ brächten. Für Carry Greiner, Geschäftsführerin des privaten Verkehrsunternehmens LVL Jäger, das den öffentlichen Personennahverkehr in der Region Ludwigsburg betreibt, sichert der Beruf sogar unsere Wirtschaft: „Wir sorgen dafür, dass unsere Fahrgäste vom Dorf in die Stadt überhaupt erst zur Arbeit kommen.“ Busfahrerinnen und Busfahrer hätten deshalb alle Anerkennung verdient. Und Nachwuchs sei gefragt.
Mitten im grandiosen Chaos der Straßen
Für Carry Greiner lässt sich der Beruf mit diesen drei Begriffen zusammenfassen: vertrauensvoll, intensiv, lebendig. „Vertrauensvoll, denn unsere Fahrgäste vertrauen den Fahrerinnen und Fahrern; intensiv kann er sein in diesem grandiosen Chaos auf den Straßen und lebendig durch all den Kontakt mit dieser Welt da draußen und den Fahrgästen.“ Mit denen könne man sehr viel Spaß haben, meinte Social-Media-Star Michel Schwartz. Der Content Creator und Busfahrer stand für viele Selfies bereit und begleitete die Kolleginnen und Kollegen auf Rundgängen durch die Messe.
Bei MAN, BYD, IVECO Bus, TAM-Europe und Sono Solar zum Beispiel diskutierten die Busfahrerinnen und Busfahrer mit den Firmenvertretern über Themen, die direkt ihren Arbeitsalltag betreffen wie Batteriereichweiten, Abbiege-Assistenten, Kamera statt Außenspiegel, digitale Cockpits und Cybersecurity und wie Solarpanels auf Reisebussen bei Dieselantrieb bei der Fahrzeugbelüftung helfen.
Die Besucherinnen und Besucher des Busfahrer:in Tages konnten die Busse begehen, auf den Fahrerplätzen probesitzen, testfahren und gucken, ob die Hupe auch funktioniert. Nicht unwichtig in einem Job, der immer herausfordernder wird: „Der Verkehr nimmt zu, die Freundlichkeit der Fahrgäste nimmt ab“, sagte dazu Marcel Willkommen. Der 31-Jährige ist seit 2019 Busfahrer im Überlandverkehr für die Leipziger Verkehrsbetriebe. Dennoch mache der Job Freude: „Vor allem die Abwechslung: das Fahren eines Busses und ihn auch zu pflegen.“
Jeden Tag was zu erzählen
Carina Matthes, Busfahrerin und Bus-Influencerin, konnte sich diesen Job zuerst gar nicht vorstellen: „Ich wollte eigentlich Straßenbahnen lenken. Als introvertierter Mensch schien das besser zu mir zu passen“, erzählte die 29-Jährige, die seit acht Jahren für die Berliner BVG unterwegs ist. Doch die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb hatte den Schwerpunkt Straßenbahn und Bus. Und da hat sie die Leidenschaft für Busse gepackt, die sie jetzt auch privat nicht loslässt.
Bei der BUS2BUS ist Carina Matthes jedes Mal dabei. „Busfahren ist zu meinem Lieblingsberuf geworden und hat mich extrovertiert gemacht“, sagte sie. Man erlebe die tollsten Geschichten. „Es gibt keinen Tag, an dem man abends nicht was zu erzählen hat“. Gerade als junge Busfahrerin bekomme sie viel positives Feedback. Ihr Trick gegen missmutige Fahrgäste: „Sie beim Reinkommen schon angrinsen. Dann ist die Welt wieder in Ordnung.“
Bloß nicht ärgern
Wolfgang Gassmann hatte seinen freien Tag genutzt und ist aus Hamburg zum Busfahrer:in Tag angereist. „Ich will mich einfach mal umsehen, was es so an Neuheiten gibt“, sagte er. Nach einer beruflichen Neuorientierung arbeitet er seit zehn Jahren bei der Hamburger Hochbahn als Busfahrer. Der Verkehr werde immer mehr und aggressiver. „Die Leute da heil durchzubringen mit unseren großen Fahrzeugen, da braucht man ein dickes Fell und Nerven wie Drahtseile“, meinte Gassmann. Sein Motto: „Bloß nicht ärgern“. So kommt man am besten voran.