Das Reiseerlebnis muss schon an Bord beginnen
Busse sind eines der klimafreundlichsten Verkehrsmittel, doch oft haftet ihnen ein veraltetes Image an. Wie sich das ändert lässt, darüber diskutierten Expertinnen im „Denkraum Bustourismus“.

Hatten kreative Ideen für ein neues Image des Bustourismus': Katrin Berg (von links), Sophia Oberjakober, Theresa-Jasmin Meyering und Iris Hegemann
Nachhaltig, oft attraktiv im Preis und eigentlich das ideale Reiseverkehrsmittel, dennoch bleibt der Bustourismus weit hinter Auto und Bahn zurück – vor allem bei jüngeren Zielgruppen. Im „Denkraum Bustourismus“ auf der Future Forum Stage der BUS2BUS 2026 suchten am Donnerstagnachmittag Branchenexpertinnen nach neuen Kommunikationsstrategien für ein modernes Image.
Iris Hegemann, die beim Deutschen Tourismusverband e. V. (DTV) den Bereich Touristische Mobilität verantwortet, zitierte Zahlen, wonach 73 Prozent derer, die in Deutschland Urlaub machen, mit dem Auto anreisen, 17 Prozent mit der Bahn und nur fünf Prozent mit dem Bus. Zugleich bekundeten viele grundsätzliches Interesse an Busreisen, buchen dann aber doch andere Verkehrsmittel.
Ein Gruppenerlebnis für alle
Für Theresa-Jasmin Meyering aus der Geschäftsleitung des Familienunternehmens Meyering Verkehrsbetriebe KG spielt die Ansprache und das vermittelte Bild eine entscheidende Rolle: „Wir müssen Busreisen viel mehr emotionalisieren und als Gruppenerlebnis präsentieren, in das man sich so viel einbringen kann, wie man möchte.“
Individuell und dennoch sozial sollte das Reisen mit dem Bus dargestellt werden, das die Reisenden, den Busfahrer, das Unternehmen und die Reisedestination miteinander verbindet. „Busse führen nicht nur von A nach B, sie bringen auch Menschen zusammen“, sagte Meyering. Das müsse so auch gezielt auf Social Media beworben werden.
„Damit der Bus mehr als ein Transportmittel ist, muss das Erlebnis schon an Bord beginnen“, empfahl Katrin Berg, Leiterin Reservierung & digitaler Vertrieb bei der TMGS Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH. Gerade für die junge Zielgruppe könnte ein Reiseziel wie die Bastei im Elbsandsteingebirge ganz anders aufbereitet werden. „Der Bus könnte noch im Dunkeln losfahren und an Bord mystische Musik gespielt werden. Dann kommt man bei Sonnenaufgang an und sieht die Nebelschwaden über der Bastei.“ Das liefere auch schöne Bilder. Denn die richtige verbale und visuelle Ansprache sei entscheidend.