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Das größte Stadtbusnetz im deutschsprachigen Raum

Die Berliner BVG ist bereits in vielen Segmenten der Elektromobilität engagiert. Nach umfangreichen Tests begann sie jetzt mit der Beschaffung von Elektrobussen. Sie forscht aber auch zur Kompatibilität der einzelnen Infrastruktur-Elemente wie Batterien und Ladestationen.


Exemplarisch zeigen sich Herausforderungen und Chancen der Elektromobilität im wichtigsten Marktsegment, dem der großen Linienbusse, bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Rund 1.400 Busse betreibt die BVG in der deutschen Hauptstadt. Das Netz gilt als das größte im deutschsprachigen Raum. Auf der Innenstadtlinie 204 zwischen dem Bahnhof Zoologischer Garten und dem Bahnhof Südkreuz fahren seit Sommer 2015 vier Elektrobusse, die induktiv, also kontaktlos an den Endhaltestellen geladen werden. Sie wurden bereits 2014 im Rahmen eines Förderprojektes beschafft. Das Projekt endete im September 2016, die Busse fahren aber auf Kosten der BVG weiter. Ihr Aufsichtsrat genehmigte Ende 2017 die Beschaffung von 30 Standard- und 15 Gelenkbussen. Das Vergabeverfahren hat bereits begonnen.

Reges Interesse der Hersteller

Das öffentlich-rechtliche Unternehmen sondiert gleichzeitig den Markt, indem es Elektrobusse verschiedener Hersteller zeitlich begrenzt, meist zwei Wochen, im Linienbetrieb testet. Zehn Herstellerfirmen bekundeten Interesse. Sechs Fahrzeuge fuhren bereits im Realbetrieb auf der Linie 204.

Testlabor der BVG ist aber nicht nur die Straße. Sie forscht auch im Rahmen des Forschungscampus Mobility2Grid und arbeitet dabei mit weiteren Projektpartnern zusammen. Dabei geht es unter anderem um die Weiterentwicklung und Erprobung der bi-direktionalen Ladefähigkeit einer Fahrzeug-Traktionsbatterie, also um die Fähigkeit der Batterie, während der Fahrt etwa beim Bremsvorgang oder bei Bergabfahrt Energie zu speichern. Machbarkeitsstudien und Technologiebewertungen zu Ladeinfrastruktur, Ladekonzepten, Ladestrategien im Flottenbetrieb, Speicherkonzepten und SmartGrid-Integration stehen auf dem Forschungsprogramm. Da Elektromobilität weit mehr ist als nur die Anschaffung von Fahrzeugen, erarbeitet die Forschungsgruppe auch ein Elektrifizierungskonzept „Modellbetriebshof“.

Das beginnt beim Laden der Fahrzeuge. Soweit sie nicht für die induktive Aufladung ausgerüstet sind, brauchen sie Steckdosen, deren Kapazität weit über die herkömmlicher Energieversorgungs-Schnittstellen hinausgehen muss.

Die Testbusse holen sich daher ihren Strom nachts in einem etliche Kilometer entfernten Betriebshof, der dafür eigens umgebaut werden musste. Umstellungen gab es wegen der geringeren Reichweite der Elektrobusse auch bei der Linienplanung. Als erste Erfahrung des Betriebs auf der Linie 204 resümiert BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta: „Am Ende des Forschungsprojekts stand die Erkenntnis: Der Betrieb mit elektrisch angetriebenen Bussen funktioniert, wenn die technischen Systeme passen.“

Lesen Sie in der kommenden Woche hier in unserem Trendblog: „In Maastricht funkt es schon“.